Mit dem Ziel, dass die Politik endlich die Interessen junger Menschen miteinbezieht, standen wir im Januar 2019 vor der Kohlekommission. Wochenlang hatten wir Unterschriften von über 200 Jugendorganisationen und jungen Kämpferinnen für Klimaschutz gesammelt. Für mich ein Hoffnungsschimmer. Damals dachte ich nicht, dass schon wenig später Woche für Woche Tausende in ganz Deutschland u.a. für einen schnelleren Kohleausstieg auf die Straßen gehen würden.Nicht nur die Ergebnisse der Kohlekommission, sondern die gesamten letzten eineinhalb Jahre waren ein ständiges Auf- und Ab von Hoffnung und Niederlage. Was die Energiepolitik angeht, sind wir heute keinen Zentimeter vorangekommen. Die Große Koalition wartet seit dem Beginn unserer Proteste auf ihr Ende. Das macht unsere Rolle aber nur umso wichtiger: Hindern wir sie daran, jetzt noch Zusagen an die Kohlebetreiber zu machen, die uns für Jahrzehnte schaden werden. Auch wenn sich seit Januar 2019 politisch wenig verändert hat – die Machtverhältnisse in der Bevölkerung haben sich verschoben. Nutzen wir sie.

Kommentar von Nick Heubeck, Aktivist bei Fridays for Future